Mithras – der Lichtgott, der Stierbezwinger und die Mysterienreligion der römischen Kaiserzeit – gehört zu den faszinierendsten Gestalten der antiken Religionsgeschichte. Seine Bedeutung liegt vor allem darin, dass er an einer kulturellen und geistigen Schnittstelle steht: zwischen altiranischer Religion, hellenistischer Kosmologie, römischer Mysterienpraxis, astrologischem Denken und spätantiker Esoterik. Der Mithraskult kann dabei als eine Form initiatischer Kosmologie verstanden werden, in der der Mensch nicht nur religiöse Rituale vollzieht, sondern symbolisch eine Reise durch die Struktur des Kosmos selbst durchläuft, um sich schrittweise einer höheren, göttlichen Ordnung anzunähern.
Die Ursprünge des Mithras reichen weit zurück in den indoiranischen Kulturraum. Der Name geht auf die Gottheit Mitra beziehungsweise Mithra zurück, die bereits im vedischen Indien als Hüter von Vertrag, Freundschaft, Wahrheit und der kosmischen Ordnung (ṛta) verehrt wurde. Im altiranischen Kontext, insbesondere in der zoroastrischen Tradition, entwickelte sich Mithra zu einer machtvollen Lichtgestalt, die über Eide, Recht und die moralische Ordnung zwischen Menschen und Göttern wacht. Im Avesta erscheint er als allsehende und allhörende Instanz, ausgestattet mit tausend Augen und tausend Ohren, die das Verhalten der Menschen überwacht. Diese Funktion als Garant von Wahrheit und kosmischer Stabilität blieb auch in späteren Transformationen des Kultes erhalten und bildet gewissermaßen dessen ethisches Fundament.
Der römische Mithraskult entstand vermutlich im 1. Jahrhundert n. Chr. und breitete sich im 2. und 3. Jahrhundert über weite Teile des Imperiums aus. Archäologische Zeugnisse finden sich von Rom und Ostia über die Provinzen Germaniens und Britanniens bis nach Nordafrika, besonders entlang militärischer Grenzlinien wie dem Donaulimes. Die Anhängerschaft bestand überwiegend aus Soldaten, Händlern und Verwaltungsbeamten – also aus mobilen und strukturell eingebundenen Gruppen der römischen Gesellschaft. Der Kult war keine öffentliche Religion, sondern eine exklusive Einweihungsgemeinschaft mit stark männlicher Prägung, deren Rituale bewusst im Verborgenen stattfanden.
Zentral für das Verständnis des Mithraskultes ist das Mithräum, der kultische Raum der Verehrung. Diese Heiligtümer waren meist unterirdisch oder höhlenartig angelegt, was keineswegs zufällig war. Die Höhle symbolisierte den verborgenen Kosmos, den Ursprung der Schöpfung und den Ort der Transformation. Der Neuplatoniker Porphyrios interpretierte die Mithrashöhle explizit als Abbild des Universums. Damit wird deutlich, dass der Kult nicht nur rituell, sondern auch kosmologisch gedacht war: Der Initiationsraum selbst stellte eine symbolische Welt dar, in der sich metaphysische Wahrheiten sinnlich erfahrbar machen sollten.
Das ikonographische Zentrum des Mithraskultes ist die sogenannte Tauroktonie, die Darstellung des Stiertodes. Mithras kniet über einem Stier und tötet ihn mit einem Dolch, umgeben von einer Vielzahl symbolischer Figuren wie Schlange, Hund, Skorpion, Krähe, Fackelträgern sowie Sonne und Mond. Häufig sind auch die zwölf Tierkreiszeichen präsent. Diese Szene wird heute meist nicht als mythologische Erzählung im engeren Sinne verstanden, sondern als komplexe kosmische Chiffre. Der Stier kann dabei die materielle Welt, eine frühere kosmische Ordnung oder die produktive Natur symbolisieren. Sein Tod ist paradox: Er ist zugleich ein Opfer und ein schöpferischer Akt, denn aus dem Blut und Samen des Stieres entsteht neues Leben. Die Darstellung verweist somit auf ein zyklisches Verständnis von Tod und Erneuerung, das tief in antiken Natur- und Kosmologien verwurzelt ist.
Eng damit verbunden ist die astrologische Dimension des Mithraskultes. Viele Forscher deuten die Tauroktonie als verschlüsseltes Sternbildsystem: Der Stier entspricht dem Sternbild Taurus, die Schlange der Hydra, der Hund Canis, der Skorpion Scorpio und die Krähe Corvus. In dieser Lesart repräsentiert die Szene eine konkrete Himmelskonstellation oder sogar eine kosmische Umbruchphase, etwa im Zusammenhang mit der Präzession der Tagundnachtgleichen. Mithras erscheint dann nicht nur als Gott, sondern als Herr über kosmische Zeitzyklen und als Vermittler eines Wissens, das Astronomie, Astrologie und Religion miteinander verbindet.
Eine besonders eindrucksvolle Struktur des Kultes ist das System der sieben Initiationsgrade, die jeweils einem der klassischen Planeten zugeordnet sind: Corax (Merkur), Nymphus (Venus), Miles (Mars), Leo (Jupiter), Perses (Mond), Heliodromus (Sonne) und Pater (Saturn). Diese Stufen können als symbolischer Aufstieg durch die planetarischen Sphären interpretiert werden. Der Eingeweihte durchläuft dabei nicht nur soziale oder rituelle Grade, sondern eine geistige Transformation, die ihn schrittweise aus der Bindung an die materielle Welt herausführt. Diese Vorstellung weist deutliche Parallelen zu spätantiken philosophischen Systemen auf, insbesondere zum Neuplatonismus, in dem die Seele ihren Ursprung im Göttlichen hat und durch Erkenntnis dorthin zurückkehrt.
Mithras steht zudem in enger Beziehung zur Sonne, insbesondere zur Figur des Sol Invictus, der unbesiegten Sonne. In vielen Darstellungen erscheinen beide gemeinsam, etwa beim gemeinsamen Mahl oder in ritueller Verbundenheit. Dennoch ist Mithras nicht einfach mit der Sonne identisch, sondern eher als vermittelnde Instanz zu verstehen – als eine Kraft, die zwischen den Ebenen vermittelt: zwischen Himmel und Erde, zwischen Mensch und Gott, zwischen sichtbarer und unsichtbarer Wirklichkeit. Diese Mittlerfunktion ist entscheidend für seine Rolle im initiatischen Kontext.
Für die spätantike Philosophie, insbesondere den Neuplatonismus, bot der Mithraskult ein reiches symbolisches Material. Denker wie Plotin oder Porphyrios betrachteten Mythen nicht als bloße Erzählungen, sondern als verschlüsselte Darstellungen metaphysischer Wahrheiten. In diesem Sinne kann die Tauroktonie als Allegorie für die Ordnung des Kosmos, die Befreiung der Seele und ihre Rückkehr zum Ursprung gelesen werden. Der Kult erscheint damit als praktische Ergänzung zur Philosophie – als ritueller Weg, das intellektuell Erkannte existentiell zu erfahren.
Obwohl der Mithraskult in der Spätantike verschwand, lebten viele seiner Motive in der Renaissance weiter. Humanisten wie Marsilio Ficino suchten nach einer „prisca theologia“, einer uralten, gemeinsamen Weisheitstradition, die sich in verschiedenen Kulturen erhalten habe. In diesem Kontext wurden Figuren wie Mithras, Hermes Trismegistos, Orpheus und Platon miteinander in Beziehung gesetzt. Antike Mysterien galten nun nicht mehr als überwundene Kulte, sondern als Träger einer verborgenen, universellen Erkenntnis.
Vor diesem Hintergrund lässt sich auch eine Verbindung zum Sola Busca Tarot herstellen. Zwar existiert keine direkte Mithras-Darstellung in diesem Deck, doch die geistige Atmosphäre ist vergleichbar: eine Welt, in der Initiation, symbolische Figuren, astrologische Strukturen und philosophische Deutung ineinandergreifen. Das Tarot erscheint hier nicht als bloßes Spiel, sondern als Bildsystem, das – ähnlich wie der Mithraskult – eine verborgene Ordnung des Kosmos andeutet und den Betrachter zur Deutung und inneren Transformation auffordert.
Mithras steht somit exemplarisch für eine antike Tradition, in der Religion, Kosmologie und Erkenntnisweg untrennbar miteinander verbunden sind. Seine Gestalt verkörpert die Idee, dass der Kosmos nicht nur betrachtet, sondern durch symbolische Praxis durchschritten werden kann – eine Vorstellung, die von der Antike bis in die Renaissance und darüber hinaus nachwirkt.
Die Trumpfkarte II des Sola Busca

*******
Die Trumpfkarte XI des Sola Busca

*******
Die mögliche Verbindung der Trumpfkarten II und XI des Sola-Busca-Tarots mit den mithraischen Fackelträgern Cautes und Cautopates gehört zu den besonders faszinierenden Deutungsmöglichkeiten innerhalb einer neuplatonischen, hermetischen und astrologischen Interpretation dieses außergewöhnlichen Renaissance-Tarots. Dabei ist jedoch zunächst festzuhalten, dass keine historische Quelle überliefert ist, die ausdrücklich bestätigt, dass der Künstler des Sola Busca Tarot bewusst die beiden mithraischen Fackelträger darstellen wollte. Eine solche Verbindung ist daher keine gesicherte ikonographische Identifikation, sondern eine symbolgeschichtliche Lesart, die sich aus den erstaunlichen Übereinstimmungen zwischen dem Bildprogramm des Sola Busca, der spätantiken Mysterientradition und dem Renaissance-Interesse an verborgener Weisheit ergibt.
Gerade weil das Sola Busca Tarot um 1490 in Norditalien entstand, in einer Epoche, in der antike Religionen, platonische Philosophie, Astrologie, Hermetik und die sogenannte prisca theologia intensiv erforscht wurden, besitzt eine solche Interpretation eine gewisse historische Plausibilität. Renaissance-Humanisten betrachteten die alten Mysterienreligionen nicht nur als vergangene Kulte, sondern als verschlüsselte Ausdrucksformen einer uralten kosmischen Philosophie. In diesem geistigen Umfeld konnten Gestalten wie Mithras, Orpheus, Hermes Trismegistos, Apollo und die Planetengötter als Träger einer verborgenen Erkenntnis erscheinen.
Der Mithraskult selbst war eine der bedeutendsten Mysterienreligionen der römischen Kaiserzeit. Seine Wurzeln reichen in die indoiranische Tradition des Gottes Mithra zurück, der ursprünglich mit Vertrag, Wahrheit, Licht und kosmischer Ordnung verbunden war. Im römischen Mithraskult wurde Mithras zu einer Gestalt, die eine kosmische Vermittlerfunktion besitzt. Er steht zwischen der sichtbaren und unsichtbaren Welt, zwischen Mensch und Gott, zwischen der irdischen Existenz und der himmlischen Ordnung. Die Einweihung in den Mithraskult war nicht bloß eine religiöse Zugehörigkeit, sondern eine symbolische Reise durch die Struktur des Kosmos.
Das zentrale Bild dieser Religion ist die sogenannte Tauroktonie, die Darstellung Mithras, der den Stier tötet. Dieses Bild ist nicht als gewöhnliches Opferbild zu verstehen, sondern als kosmisches Symbol. Der Tod des Stieres erzeugt neues Leben: Aus seinem Blut entstehen Pflanzen, aus seinem Samen entsteht Fruchtbarkeit. Der scheinbare Gegensatz von Tod und Leben wird aufgehoben. Der Stier ist ein Symbol der alten kosmischen Ordnung, deren Opfer notwendig ist, damit eine erneuerte Welt entstehen kann.
Um Mithras herum erscheinen häufig kosmische Symbole: Sonne und Mond, die zwölf Tierkreiszeichen, Schlange, Hund, Skorpion und Krähe. Die gesamte Szene kann als astrologische Chiffre verstanden werden, in der sich die Ordnung des Himmels widerspiegelt. Der Eingeweihte sollte nicht nur an eine Gottheit glauben, sondern die Struktur des Universums erkennen und sich selbst als Teil eines kosmischen Prozesses verstehen.
Besonders bedeutsam sind dabei die beiden Fackelträger Cautes und Cautopates, die fast immer neben Mithras erscheinen. Sie gehören zu den wichtigsten Symbolfiguren der mithraischen Bildwelt. Cautes hält normalerweise die Fackel nach oben, während Cautopates die Fackel nach unten richtet. Diese beiden Bewegungen bilden eine kosmische Polarität:
Cautes verkörpert den Aufstieg des Lichtes, den Sonnenaufgang, den Beginn eines Zyklus und die Bewegung nach oben.
Cautopates verkörpert den Abstieg des Lichtes, den Sonnenuntergang, das Ende eines Zyklus und die Bewegung nach unten.
Dabei bedeutet der Abstieg keineswegs Vernichtung oder Negativität. In der spätantiken Symbolik ist der Abstieg ebenso notwendig wie der Aufstieg. Die Seele muss nicht nur zum Licht emporsteigen, sondern auch durch die dunkleren Bereiche der Existenz hindurchgehen. Geburt und Tod, Werden und Vergehen, Aufstieg und Abstieg bilden eine kosmische Einheit.
Genau diese Polarität macht die beiden Fackelträger für eine Interpretation des Sola Busca Tarot besonders interessant. Entscheidend ist dabei die tatsächliche Richtung der Fackeln auf den Karten.
Die Trumpfkarte II des Sola Busca zeigt eine männliche Gestalt mit einer nach unten gerichteten Fackel. In einer mithraischen Lesart entspricht diese Geste nicht Cautes, sondern vielmehr Cautopates, dem abwärts gerichteten Fackelträger.
Die nach unten gerichtete Fackel kann als Symbol des Abstiegs verstanden werden:
des Eintritts des Lichtes in die Materie,
des Abstiegs der Seele in die Welt der Verkörperung,
des Sonnenuntergangs,
des Übergangs in eine verborgene Phase des kosmischen Zyklus.
Im Rahmen einer initiatischen Interpretation wäre Karte II somit nicht der Beginn des Aufstiegs, sondern der notwendige Eintritt in die Mysterienwelt. Der Weg des Eingeweihten beginnt nicht mit der vollständigen Erleuchtung, sondern mit dem Abstieg in das Geheimnis. Wie in vielen antiken Mysterientraditionen muss der Mensch zunächst in die Tiefe gehen, bevor er das höhere Licht erfahren kann.
Die gesenkte Fackel ist daher kein Zeichen des Verlustes, sondern ein Symbol der verborgenen Erkenntnis. Sie weist darauf hin, dass das göttliche Licht auch in den dunklen Bereichen der Welt gegenwärtig ist. Der Eingeweihte muss lernen, das Licht nicht nur am Himmel, sondern auch in der Tiefe der Seele zu erkennen.
Die Trumpfkarte XI des Sola Busca zeigt dagegen eine Gestalt mit einer nach oben gerichteten Fackel. Diese Bewegung entspricht der Symbolik des Cautes, des aufwärts gerichteten Fackelträgers.
Die erhobene Fackel bedeutet:
Aufstieg,
Erwachen,
Rückkehr zum Licht,
geistige Erhebung,
Öffnung zur kosmischen Erkenntnis.
Während Karte II den Abstieg in die verborgenen Bereiche symbolisieren könnte, zeigt Karte XI die Gegenbewegung: die Wiederaufnahme des Lichtes und die Rückkehr zur höheren Ordnung. Die Seele, die durch die Dunkelheit gegangen ist, wird wieder zum Licht geführt.
Dadurch entsteht zwischen den beiden Karten eine besonders interessante Umkehrung gegenüber einer oberflächlichen Betrachtung. Nicht Karte II steht für den Beginn des Lichtes, sondern für den Eintritt in die Tiefe. Nicht Karte XI steht für das Ende, sondern für die erneute Erhebung. Die beiden Karten bilden somit eine dramatische kosmische Bewegung:
II – die gesenkte Fackel: Abstieg des Lichtes in die Welt.
XI – die erhobene Fackel: Aufstieg der Seele zum Licht.
Diese Struktur entspricht sehr stark den Vorstellungen spätantiker Mysterienreligionen. Der Mensch befindet sich zwischen zwei Bewegungen: einem Abstieg aus der geistigen Welt in die materielle Existenz und einem möglichen Wiederaufstieg durch Erkenntnis.
Auch im Neuplatonismus wurde dieses Modell intensiv entwickelt. Bei Denkern wie Porphyrios wurde die Seele als Wesen verstanden, das zwischen verschiedenen Ebenen des Seins vermittelt. Die Welt war eine Hierarchie von Sphären, durch die die Seele herabsteigt und wieder emporsteigen kann. Die Planetensphären bilden dabei kosmische Stufen, die überwunden werden müssen.
Diese Vorstellung findet eine bemerkenswerte Parallele zu den sieben Initiationsgraden des Mithraskultes:
Corax (Rabe) – verbunden mit Merkur
Nymphus (Bräutigam) – verbunden mit Venus
Miles (Soldat) – verbunden mit Mars
Leo (Löwe) – verbunden mit Jupiter
Perses (Perser) – verbunden mit dem Mond
Heliodromus (Sonnenläufer) – verbunden mit der Sonne
Pater (Vater) – verbunden mit Saturn
Der Initiierte durchläuft symbolisch eine kosmische Reise. Er bewegt sich durch die Planetensphären und nähert sich einer höheren geistigen Ordnung. Genau diese Idee findet sich auch im geistigen Horizont des Sola Busca Tarot: Die Karten erscheinen nicht nur als mythologische Figuren, sondern als Stationen eines verborgenen Erkenntnisweges.
Die beiden Fackelträgerkarten könnten deshalb als eine Art kosmische Markierung dieses Weges verstanden werden. Sie stehen am Anfang und innerhalb einer größeren Bewegung:
Die gesenkte Fackel der Karte II zeigt den Eintritt in das Mysterium, die Konfrontation mit der materiellen Welt und den Beginn einer verborgenen Reise.
Die erhobene Fackel der Karte XI zeigt die Möglichkeit der Transformation, den erneuten Aufstieg und die Rückkehr des Bewusstseins zum Licht.
Besonders spannend ist diese Interpretation deshalb, weil das Sola Busca Tarot insgesamt stark von astrologischen und mythologischen Symbolen geprägt ist. Viele Karten tragen Namen antiker Herrscher und Helden, aber ihre Darstellung scheint oft über die historische Person hinauszugehen. Die Figuren können als archetypische Kräfte gelesen werden: als Träger kosmischer Prinzipien.
In diesem Sinne wäre die mögliche mithraische Lesart der Karten II und XI nicht die Behauptung, dass hier direkt zwei Mithrasfiguren kopiert wurden, sondern dass der Künstler – bewusst oder unbewusst – auf einen gemeinsamen symbolischen Fundus zurückgreift: auf jene Renaissance-Idee einer verborgenen Einheit von antiker Mysterienweisheit, Astrologie, Platonismus und Hermetik.
Die beiden Fackeln würden dann eine der ältesten kosmischen Bewegungen überhaupt ausdrücken:
das Herabsteigen des göttlichen Lichtes in die Welt und die Rückkehr des Menschen zum Ursprung dieses Lichtes.
Gerade diese Spannung zwischen Abstieg und Aufstieg, Dunkelheit und Erkenntnis, Materie und Geist macht die Verbindung von Mithras, Cautes und Cautopates mit den Trumpfkarten II und XI des Sola Busca Tarot zu einer besonders tiefgehenden symbolischen Interpretation innerhalb der Renaissance-Esoterik.
