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Giordano Berti (*27. Februar 1959 in Bologna, Italien) ist ein italienischer Kunsthistoriker, Schriftsteller, Essayist und international anerkannter Experte für Tarot, Symbolik und Esoterik. Seit mehr als vier Jahrzehnten beschäftigt er sich wissenschaftlich mit der Geschichte der Kunst, den westlichen esoterischen Traditionen sowie der Entwicklung und Symbolik historischer Tarotkarten. Durch seine zahlreichen Veröffentlichungen, Ausstellungen, Vorträge und Lehrveranstaltungen gilt er heute als einer der bedeutendsten Forscher auf dem Gebiet der Tarotgeschichte und der esoterischen Bildsymbolik.
Berti wurde am 27. Februar 1959 in Bologna geboren. Er studierte Literaturwissenschaft (Lettere) und Philosophie an der Universität Bologna und spezialisierte sich anschließend auf Kunstgeschichte sowie die Geschichte des Okkultismus und der europäischen Symboltraditionen. Im Laufe seiner akademischen und publizistischen Tätigkeit entwickelte er sich zu einem Experten für die Wechselwirkungen zwischen Kunst, Religion, Mythologie und Esoterik.

Seine berufliche Laufbahn begann Mitte der 1980er Jahre. Seit 1985 arbeitete er mit der Vereinigung „Le Tarot“ in Faenza zusammen und war an der Konzeption bedeutender Ausstellungen sowie an wissenschaftlichen Ausstellungskatalogen beteiligt. Ab 1987 arbeitete er über zwanzig Jahre eng mit dem italienischen Verlag Lo Scarabeo zusammen. Dort betreute er die Neuauflage historischer Tarotdecks und entwickelte gemeinsam mit zeitgenössischen Künstlern zahlreiche neue Tarotkarten-Editionen. Darüber hinaus arbeitete er mit weiteren renommierten Verlagen wie Dal Negro und US Games Systems zusammen.

1993 gehörte Berti zu den Mitbegründern des Istituto di Ricerche sulle Arti e il Folklore „A. Graf“ in Bologna. Viele Jahre war er Präsident und Direktor des Instituts und organisierte zahlreiche kulturhistorische Ausstellungen in ganz Italien. Zwischen 2004 und 2009 unterrichtete er Kunstgeschichte zunächst am Circolo Culturale Leonardo und anschließend am Kunstgymnasium „Liceo Artistico Francesco Arcangeli“ in Bologna.

International bekannt wurde Giordano Berti vor allem durch seine Forschungen zur Geschichte, Kunst und Philosophie des Tarots. Er veröffentlichte zahlreiche wissenschaftliche Werke über die Entstehung der Tarotkarten, ihre Symbolik sowie ihre kulturhistorische Entwicklung. Darüber hinaus war er an der Redaktion mehrerer Enzyklopädien über Tarot-, Orakel- und Spielkarten beteiligt. Seine Arbeiten gelten in Fachkreisen als Standardwerke und wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt, darunter Englisch, Deutsch, Französisch, Spanisch, Portugiesisch, Polnisch und Japanisch.

Neben seinen Studien über Tarot veröffentlichte Berti Bücher zu den Themen Magie, Alchemie, Astrologie, Hexerei, Gnosis, Engel- und Dämonenlehre, Wahrsagetraditionen sowie zur Symbolik in der europäischen Kunstgeschichte. Seine Werke erschienen bei renommierten italienischen Verlagen wie Mondadori, Rizzoli, Fratelli Fabbri Editori, Armenia, Xenia, Vallardi, Lo Scarabeo, OM Edizioni und Araba Fenice. Außerdem schrieb er Romane, Fantasy-Literatur und Gedichte sowie zahlreiche Fachartikel für internationale Zeitschriften.
Zu den Höhepunkten seiner wissenschaftlichen Tätigkeit zählen die Organisation großer historischer Ausstellungen gemeinsam mit international bekannten Wissenschaftlern wie Michael Dummett, Franco Cardini, Cecilia Gatto Trocchi und Paolo Aldo Rossi. Diese Ausstellungen beschäftigten sich insbesondere mit der Geschichte des Tarots, der Symbolik und den europäischen Esoteriktraditionen.
Im Jahr 2013 gründete Giordano Berti gemeinsam mit der Designerin Letizia Rivetti das Projekt „Rinascimento Italian Style Art“. Ziel dieses Unternehmens ist die originalgetreue Rekonstruktion und hochwertige Neuauflage historischer Tarot-, Sibyllen- und Spielkartendecks sowie alter Werke zur Symbolik und Emblematik. Seitdem veröffentlicht Berti außerdem Lehrmaterialien, Online-Kurse und Seminare über Symbolik, Tarotgeschichte und westliche Esoterik.

Seit 2025 ist Berti Herausgeber der internationalen Fachzeitschrift „Tarot Focus“, die sich den Themen Tarologie, Symbolismus und okkulte Kultur widmet. Die Zeitschrift erscheint mehrsprachig und enthält Beiträge internationaler Fachautoren zu Geschichte, Kunst, Psychologie, Religion und Divination.

Heute lebt und arbeitet Giordano Berti in Italien als freier Autor, Kunsthistoriker, Dozent und Organisator kultureller Veranstaltungen. Er hält Vorträge und Seminare im In- und Ausland und gilt weltweit als einer der führenden Spezialisten für die Geschichte und Symbolik des Tarots sowie für die Beziehungen zwischen Kunstgeschichte und Esoterik. Seine Forschungen verbinden historische Quellenarbeit mit kulturwissenschaftlichen und ikonographischen Analysen und haben wesentlich zum modernen Verständnis der Tarotgeschichte beigetragen.

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Zu den großen Okkultisten des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts gehörte die Figur von Oswald Wirth (1860-1943). Heiler, Hermetiker, Astrologe, er war auch der Autor der „22 Arcana of the Cabbalistic Tarot“, in dem er alle esoterischen Traditionen der Welt vereinen wollte. Diese neue Version, hergestellt in Übereinstimmung mit Wirths Anweisungen auf den 22 Arcana, aber mit dem Zusatz von 56 illustrierten Minor Arcana, vervollständigt die Arbeit, die er begonnen hat.

Like the Pharaoh who expanded the Egyptian empire, Ramses: Tarot of Eternity pushes the boundaries of Egyptian-themed tarot decks with amazing beauty and utility. Artist Severino Baraldi does not imitate Egyptian art styles, but creates snapshots of the past using detailed research and a realistic style that help you step into the past to find patterns indicating the future. Giordano Berti blends Egyptian mythology, rituals, and ancient esoteric formulas with the symbolic structure developed by 19th century French occultists, making this deck surprisingly easy to use.

Egyptian Tarot

Tarot of the New Vision Boxed Set: 78 Full Colour Cards and 160pp Book by Giordano Berti (2013-05-12)

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Das 1987 erschienene Werk „Le Carte di Corte. I Tarocchi: gioco e magia alla corte degli Estensi“ gehört zu den frühen grundlegenden Forschungsarbeiten, die das Tarot aus seinem rein esoterischen Nachleben herauslösten und wieder in seinen ursprünglichen kulturellen Zusammenhang der italienischen Renaissance stellten. Der Band entstand als wissenschaftlicher Katalog zur gleichnamigen Ausstellung in Ferrara, die sich mit der Rolle der Tarotkarten am Hof der Este beschäftigte, und wurde von Giordano Berti und Andrea Vitali herausgegeben. Ausstellung und Katalog markieren einen entscheidenden Moment in der Tarotforschung, da sie die Karten nicht mehr ausschließlich als Instrumente der Wahrsagerei oder als Träger späterer okkulter Systeme betrachteten, sondern als komplexe Kunstwerke und als Ausdruck einer höfischen Kultur, in der Spiel, Kunst, Philosophie, Astrologie, Mythologie und Magie eng miteinander verflochten waren.
Der Ausgangspunkt des Werkes ist der Hof der Este-Dynastie in Ferrara, eines der bedeutendsten Zentren der italienischen Renaissance. Ferrara war im 15. und frühen 16. Jahrhundert ein Ort intensiver humanistischer Bildung, an dem Künstler, Literaten, Philosophen und Gelehrte zusammenwirkten. In dieser kulturellen Konstellation verschmolzen antike Überlieferungen, christliche Vorstellungen, astrologische Spekulationen, Naturphilosophie und allegorische Kunst zu einer vielschichtigen geistigen Welt. Die Tarotkarten erscheinen in diesem Kontext als Teil einer höfischen Bildkultur, die weit über den bloßen Spielcharakter hinausging. Sie konnten als kleine, in sich geschlossene Bilderzyklen verstanden werden, die Vorstellungen von Tugend, Macht, Schicksal, kosmischer Ordnung und menschlicher Entwicklung visualisierten.
Besondere Bedeutung innerhalb des Bandes kommt dem Beitrag Giordano Bertis über das Sola‑Busca-Tarot zu. Berti nähert sich diesem außergewöhnlichen Deck zunächst aus kunsthistorischer und historischer Perspektive und stellt die Frage nach seiner Stellung innerhalb der Entwicklung der Renaissance-Tarotkarten. Dabei wird deutlich, dass sich das Sola‑Busca grundlegend von früheren italienischen Tarotspielen wie den Visconti-Sforza-Karten unterscheidet. Während diese überwiegend allegorische Figuren zeigen—Kaiser, Papst, Tod, Gerechtigkeit, Stärke oder den Eremiten—entfaltet das Sola‑Busca eine Welt benannter historischer, mythologischer und symbolischer Gestalten.

Die Karten tragen Namen aus der Antike und der Geschichte, darunter Herrscher, Feldherren und mythologische Figuren, wodurch der Eindruck einer humanistischen Bildergalerie entsteht. Das Spiel erscheint wie eine visuelle Enzyklopädie der Renaissance, in der historische Erinnerung, moralische Belehrung und symbolische Bedeutung miteinander verbunden sind. Für Berti ist dies ein typisches Merkmal der Epoche: Die Beschäftigung mit der Antike dient nicht nur der Gelehrsamkeit, sondern wird zu einem Medium der Selbsterkenntnis und der Reflexion menschlicher Möglichkeiten.
Ein wesentlicher Aspekt seiner Analyse ist die enge Verbindung von Kunst und Gelehrsamkeit. Das Sola‑Busca entstand in einer Zeit, in der Bilder als Träger komplexer Bedeutungen fungierten. Humanistische Künstler und Auftraggeber arbeiteten mit Symbolen, Allegorien und gelehrten Anspielungen, die für ein entsprechend gebildetes Publikum lesbar waren. Ein Werk wie das Sola‑Busca konnte daher zugleich Spiel, Kunstobjekt und intellektuelle Herausforderung sein. In dieser Hinsicht verweist das Deck auf eine Form visueller Kultur, die nicht auf unmittelbare Verständlichkeit zielte, sondern auf Deutung, Reflexion und gelehrte Partizipation.
Hier setzt auch eine weiterführende Interpretation an, die sich bereits aus Bertis Ansatz ergibt: Das Sola‑Busca kann als ein Übergangsphänomen zwischen mittelalterlicher Allegorie und frühneuzeitlicher Emblematik verstanden werden. Die Karten sind nicht nur Darstellungen, sondern Denkfiguren, deren Bedeutung sich im Zusammenspiel von Bild, Name und kulturellem Wissen erschließt. Sie fungieren gewissermaßen als Exempla im Sinne des humanistischen Bildungsprogramms, das die Geschichte der Antike als moralischen und philosophischen Erfahrungsraum begreift.
Ein besonders faszinierender Aspekt ist die Frage nach der hermetischen und alchemischen Dimension des Sola‑Busca. Berti gehört zu denjenigen Forschern, die darauf aufmerksam machen, dass das Deck nicht vollständig verstanden werden kann, wenn man es lediglich als Spielkarten betrachtet. Die Bildsprache enthält zahlreiche Elemente, die auf die geistige Welt der Renaissance verweisen: Vorstellungen von Transformation, die Beziehung zwischen Mensch und Kosmos, symbolische Verdichtungen von Macht, Schicksal und Erkenntnis sowie mögliche Anspielungen auf alchemische Prozesse. In der Renaissance wurde Alchemie nicht nur als technische Praxis verstanden, sondern als philosophische Lehre über Wandlung, Reinigung und die Vervollkommnung des Menschen.
Berti selbst bleibt in dieser Hinsicht methodisch vorsichtig und vermeidet es, das Sola‑Busca vorschnell als geschlossenes hermetisches System zu interpretieren. Gerade diese Zurückhaltung erweist sich jedoch als produktiv, da sie den historischen Horizont offenlegt, innerhalb dessen solche Deutungen überhaupt erst sinnvoll werden. Spätere Forscher wie Peter Mark Adams, Morena Poltronieri oder Ernesto Fazioli konnten an diese Grundlage anknüpfen und die Frage weiterverfolgen, ob das Deck als eine Art hermetischer Bilderweg gelesen werden kann.
In diesem Zusammenhang gewinnt auch die Figur des Ludovico Lazzarelli besondere Bedeutung. Als Vertreter einer christlich geprägten Hermetik verband er das Corpus Hermeticum mit neuplatonischem und christlichem Denken und entwickelte die Vorstellung einer geistigen Transformation des Menschen durch Erkenntnis. Seine Schrift „Crater Hermetis“ steht exemplarisch für diese Strömung. Die Hypothese, dass das Sola‑Busca in einem ähnlichen geistigen Umfeld entstanden sein könnte, erscheint vor diesem Hintergrund plausibel, auch wenn direkte Belege schwer zu erbringen sind. Entscheidender ist, dass das Deck in eine Kultur eingebettet ist, in der Bilder als Medien der Erkenntnis verstanden wurden und sichtbare Formen auf unsichtbare Wahrheiten verweisen konnten.
Auffällig ist dabei, dass die Symbolik des Sola‑Busca zwar eine kosmologische Tiefe andeutet, jedoch keine strikt systematische astrologische Ordnung erkennen lässt. Dies spricht dafür, dass es sich weniger um ein geschlossenes Lehrsystem als um eine offene, polyvalente Symbolstruktur handelt. Eine solche Struktur entspricht der hermetischen Vorstellung eines gestuften Wissens, das sich nur demjenigen erschließt, der über die entsprechende Bildung verfügt. Das Deck bewegt sich somit zwischen Spiel, Meditation und intellektueller Reflexion.
Die Einbettung in den Hof der Este ist dabei konstitutiv. Der Hof fungierte als Schnittstelle zwischen Kunstproduktion, politischer Repräsentation und intellektueller Innovation. Tarotkarten konnten in diesem Kontext nicht nur der Unterhaltung dienen, sondern auch als Ausdruck eines bestimmten Weltverständnisses, in dem Macht, Tugend, Fortuna und kosmische Ordnung symbolisch vermittelt wurden. Zugleich verweist die technische Ausführung des Sola‑Busca als Kupferstichserie auf eine veränderte mediale Situation. Im Unterschied zu den handgemalten Luxusdecks deutet die Reproduzierbarkeit auf eine breitere, wenn auch weiterhin gebildete Nutzerschicht hin und positioniert das Deck an der Schwelle zwischen höfischer Kunst und frühneuzeitlicher Druckkultur.
Die Stärke von „Le Carte di Corte“ liegt letztlich darin, dass das Werk keine einfache esoterische Erklärung anbietet, sondern den historischen und kulturellen Boden freilegt, auf dem differenzierte Interpretationen möglich werden. Es zeigt, dass Renaissance-Tarotkarten aus einer Welt stammen, in der die Grenzen zwischen Kunst, Spiel, Philosophie, Religion, Magie und Naturwissenschaft durchlässig waren. „Magie“ bezeichnet dabei weniger eine Praxis im modernen Sinne als vielmehr eine Form von Naturphilosophie und kosmologischem Denken.
Für die Sola‑Busca-Forschung besitzt der Band daher eine zentrale Stellung. Er bildet die Brücke zwischen klassischer Tarotgeschichte und moderner symbolischer Interpretation und macht deutlich, dass das Deck nur im Kontext der italienischen Renaissance verstanden werden kann: im Spannungsfeld von Humanismus, Antikenrezeption, Neuplatonismus, Hermetik, Astrologie und Alchemie. Bertis Leistung besteht darin, dieses komplexe Geflecht sichtbar zu machen, ohne es vorschnell zu systematisieren. Gerade darin liegt die nachhaltige Bedeutung seines Ansatzes: Das Sola‑Busca erscheint nicht als isoliertes Kuriosum, sondern als Knotenpunkt einer Epoche, in der Bilder als Träger von Wissen, Reflexion und Erkenntnis fungierten.
