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Volker H. Schendel von der Stiftung Astrologie und Erkenntnis (SAE) hat nur das Recht, das Gespräch ungekürzt und unbearbeitet auf frei zugänglichen Videoplattformen (also keine Bezahlschranken) und auf seinen Homepages zu veröffentlichen. – Unsere Gäste haben das Recht, das Gespräch beliebig zu kürzen, bearbeiten oder zu ergänzen und auf Internetangebotsseiten parallel zu veröffentlichen.
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Tarotman ROE…Aleister Crowley – Thoth Stories – https://www.youtube.com/watch?v=JINz0nugIJ8&list=PL68TTmclNlEF-Gtvrp5CHEp7q8BU_72Q0&index=5
SAE – Filmliste Roe
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ROEs Nachtgedanken – https://www.youtube.com/playlist?list=PL68TTmclNlEFYnLTAe0dpdEzlqYwDDERf
Live Chats – https://www.youtube.com/playlist?list=PL68TTmclNlEHBW8dL0fQwGjgpqJhVvuTJ
Der TarorMan – https://www.youtube.com/playlist?list=PL68TTmclNlEF-Gtvrp5CHEp7q8BU_72Q0
Geheimnisakademie – Tarot & Orakel
https://www.youtube.com/@GeheimnisakademieTarot/featured
Die Welt der Traditionellen Orakelkarten – eine Einführung – https://www.youtube.com/watch?v=qv8v0nZN11o&list=PLHX78PHcNFh0&index=20&t=6s
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SAE Filmliste Astrologie/Tarot/Roe und Kirsten Buchholzer
https://www.youtube.com/playlist?list=PLHX78PHcNFh0
Youtube Tarot e.V. – Gemeinsam für Tarot
https://www.youtube.com/@Tarote.V.-GemeinsamfürTarot/videos
Homepage Tarotverband
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Hajo Banzhaf
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Kirsten Buchholzer ist eine renommierte Expertin für Tarot, Orakel und Astrologie, die gemeinsam mit S. ROE Buchholzer unter dem Label Die Mantiker in Hamburg arbeitet. Ihre Arbeitsweise ist stark symbolisch, verbindet traditionelles Wissen mit zeitgemäßen Formen der Deutung, und legt großen Wert auf die Geschichte und Bedeutung der Karten sowie auf astrologische Hintergründe. Sie sieht Tarot und Astrologie nicht isoliert, sondern als zwei komplementäre Ausdrucksformen archetypischer Kräfte, die sich gegenseitig ergänzen und vertiefen.
Kirsten:
Magistra Artium (M.A.) in Komparatistik (Vergleichende Literaturwissenschaft) an der Freie Universität Berlin (1993) – Master of Arts (M.A.) in Literary Translation an der University of East Anglia in Norwich, Großbritannien (1994) – Ausbildung zur Astrologin an der Astropraxis Hamburg (2003–2006 – seit 2012 geprüfte Astrologin im Deutschen Astrologenverband (DAV) – zertifizierte Tarot-Beraterin und Ausbilderin im Tarotverband – von 2013 bis 2024 Vorsitzende von Tarot e.V. – „Professional Tarot Reader“ (ATA, Kanada)
S. Roe
1989 Tarotbeginn – Dipl. Coach (Breitenausbildung, 2016) Dipl. Projektmanager (EB, Zürich, 2003) Personalassistant (HS, Zürich, 2001) ITIL Foundation Certificate (TÜV Süd Akademie, 2006) Ausbildungen zum Tarotberater u. a. bei Hajo Banzhaf (geprüfter Tarotberater und -mentor, 2005) – Johannes Fiebig & Evelin Bürger (Königsfurt-Tarotberater, 2007) – Lilo Schwarz (Coach auf psychologischer Basis mit Tarot, 2012–2013) – Vorsitzender des Tarot e.V. seit 2024.
Hausberaterin Annegret
Kartenlegen beim historischen Jahrmarkt (Speedreading)
Kurse

Tiroler Zahlenrad nach Johanna Paungger-Poppe und Thomas Poppe, bekannt aus dem Buch Das Tiroler Zahlenrad – Das Geheimnis unserer/Ihrer Geburtszahlen –
Tiroler Zahlenrad für den 13.12.1949
Für das persönliche Zahlenrad werden Tag, Monat sowie Jahres- und Jahrzehntzahl verwendet. Jahrtausend und Jahrhundert – bei 1949 also 1 und 9 – bleiben unberücksichtigt. Das wird von Paungger-Poppe ausdrücklich so beschrieben. Damit ergeben sich aus 13.12.1949 die sechs Zahlen: 1 · 3 · 1 · 2 · 4 · 9
Dein Zahlenrad
NORDEN 6 / 1 1 1 │ │ WESTEN 9 / 4 ────┼──── 8 / 3 OSTEN 9 4 │ 3 │ 2 7 / 2 SÜDEN 5 / 0 MITTE —
Die fünf Stationen des Tiroler Zahlenrads sind:
Norden: 1 und 6
Osten: 3 und 8
Süden: 2 und 7
Westen: 4 und 9
Mitte: 0 und 5.
Deine Signatur lautet damit: Norden – Osten – Süden – Westen – Die Mitte ist nicht besetzt. Norden – 1, 1 – Der Norden ist bei dir durch zwei Einsen vertreten. Im Tiroler Zahlenrad werden 1 und 6 mit Wissensdrang, Kommunikation, Forschergeist, Eigenständigkeit und Pioniergeist verbunden. Die 1 betont dabei nach Paungger-Poppe Wissen und Kommunikation sowie das Nach-außen-Gehen etwas stärker als die 6. – Die doppelte 1 verstärkt diese nördliche Anlage: Dinge selbst verstehen wollen, hinterfragen, Zusammenhänge suchen und sich nicht ohne Weiteres damit zufriedengeben, etwas nur deshalb zu tun, weil es üblich ist. Osten – 3 – Deine 3 besetzt den Osten. Paungger-Poppe beschreibt Menschen mit 3 und/oder 8 unter anderem als besonders sensibel und empfänglich; schon bei Kindern wird eine ausgeprägte Fähigkeit geschildert, sich intensiv in Geschichten und Situationen hineinzuversetzen. – Damit steht neben der eher forschenden und eigenständigen Nordseite auch eine wahrnehmende, einfühlsame Seite. – Süden – 2 – Die 2 besetzt den Süden. Dadurch ist auch diese Himmelsrichtung in deiner Signatur vorhanden. Dein Rad besitzt somit nicht nur die stärker hervortretenden Nord- und Westqualitäten, sondern auch die südliche Station. – Westen – 4 und 9 – Hier liegen gleich beide Westzahlen, 4 und 9. Der Westen ist deshalb ein besonders markanter Bestandteil deiner Zahlenkombination. – Paungger-Poppe verbindet eine Westbetonung unter anderem mit einem forschenden, praktischen und geschäftlichen Zug; als typische Felder werden beispielsweise Erfinder, Mechaniker, Forscher/Entdecker oder geschäftliche Tätigkeiten genannt.Bei dir trifft dieser Westen zudem auf den Norden. Gerade die Kombination von 1/6 mit 4/9 wird von den Autoren als Verbindung von Forschergeist und ausgeprägter Durchsetzungskraft beschrieben. – Die unbesetzte Mitte – 0 und 5 – In deinem Geburtsdatum kommen weder 0 noch 5 vor. Die Mitte ist daher deine einzige unbesetzte Station. – Im Tiroler Zahlenrad sind fehlende Zahlen nicht einfach als „schlecht“ gedacht. Die Autoren verstehen das Fehlen bestimmter Zahlen vielmehr als Hinweis auf eine besondere Lebensaufgabe bzw. Herausforderung – also auf Qualitäten, die nicht bereits über das Geburtsdatum selbstverständlich zur Verfügung stehen. – Gesamtbild – Dein Rad ist bemerkenswert breit besetzt: – Norden ✓ – Osten ✓ – Süden ✓ – Westen ✓ – Mitte ○ – Du verfügst damit innerhalb dieses Deutungssystems über alle vier äußeren Himmelsrichtungen. Besonders auffällig sind die doppelte 1 im Norden und die vollständige Kombination 4 + 9 im Westen. – Das ergibt eine Grundkonstellation aus Forschergeist und Wissensdrang (Norden), Sensibilität (Osten), südlicher Energie sowie ausgeprägter praktischer und durchsetzungsorientierter Westkraft. Die eigentliche Ergänzungs- bzw. Entwicklungsrichtung liegt bei der unbesetzten Mitte 0/5. – Das ist die Ausgangssignatur des Tiroler Zahlenrads für 13.12.1949.

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https://www.diemantiker.de/publikationen
Carl-W. Röhrig schuf 1991/92 das Röhrig-Tarot – RÖHRIG TAROT – Mystik trifft zeitgenössische Vision – In den Jahren 1991/92 schuf Carl‑W. Röhrig sein außergewöhnliches RÖHRIG TAROT – ein Kartenset, das alte Mystik mit moderner Ausdruckskraft verbindet. – Jede der 78 Karten ist ein Tor: ein Fenster in die Tiefen Ihrer Gedanken, in verborgene Räume Ihrer Fantasie und in die unendlichen Möglichkeiten Ihrer Kreativität. Röhrig überträgt die geheimnisvolle Tradition des Tarot in die Sprache des 21. Jahrhunderts und erschafft Symbole, die nicht nur gesehen, sondern gefühlt werden wollen. – Lassen Sie sich inspirieren. Tauchen Sie ein in Ihr inneres Reich, hören Sie die leisen Impulse Ihrer Intuition und entdecken Sie Wege, Ihre eigene Zukunft zu gestalten. Hier sind Sie der Schöpfer, der Meister Ihres Universums. – Jede Karte ist ein eigenes Kunstwerk, meisterhaft gestaltet, voller Ausdruck und geheimnisvoller Schönheit. Erleben Sie das RÖHRIG TAROT: eine Reise durch Farben, Symbole und Visionen – und zu sich selbst. Sämtliche Tarotkarten-Motive sind auf Anfrage auch als Kunstdruck im Format – https://www.fan-art.eu/tarot-karten/
Der Röhrig Tarot — Eine Einführung
https://tarotwissen.de/2019/03/26/rohrig-tarot-einfuehrung-1/ – https://tarotwissen.de/2020/04/20/rohrig-tarot-einfuhrung-2/
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Traditionelle Orakelkarten: Traditionelle Karten – Moderne Deutung (Liebe, Zukunft, Beruf – Orakelkarten für jede Lebenssituation)
Die Ursprünge der Piatnik-Spielkarten liegen im Wien des 19. Jahrhunderts:
Die Geschichte von Piatnik begann 1824, als Anton Moser im 7. Wiener Bezirk eine Kartenmalerei gründete. Ferdinand Piatnik, ein ausgebildeter Kartenmaler aus Buda, dem heutigen Budapest, kam 1839 nach Wien und arbeitete in Mosers Werkstatt. Nach dessen Tod übernahm er 1843 den Betrieb und führte ihn unter seinem eigenen Namen weiter. Als seine Söhne in das Unternehmen eintraten, erhielt es 1882 den Namen „Ferd. Piatnik & Söhne“. In der Werkstatt entstanden nicht nur gewöhnliche Spielkarten, sondern auch sogenannte Aufschlagkarten, wie Wahrsage- und Orakelkarten damals bezeichnet wurden. Besonders bekannt wurden die unter dem historischen Namen „Zigeuner-Wahrsagekarten“ vertriebenen Karten. Diese heute als abwertend empfundene Bezeichnung wird hier ausschließlich als überlieferter Produktname verwendet. Das traditionelle Orakel besteht gewöhnlich aus 36 Bildkarten, die verständliche Situationen, Gefühle und Ereignisse des menschlichen Lebens darstellen. Dazu gehören beispielsweise Liebe, Treue, Hoffnung, Glück, Hochzeit, Kind, Reise, Nachricht, Geld, Geschenk, Krankheit, Tod, Falschheit, Feind und Unglück. Die Bedeutung ergibt sich sowohl aus der einzelnen Karte als auch aus ihrer Lage und der Verbindung mit benachbarten Karten. Im Unterschied zum Tarot besitzen diese Wahrsagekarten keine Einteilung in große und kleine Arkana. Sie sind auch nicht mit den klassischen Lenormandkarten gleichzusetzen, obwohl beide Kartensysteme zum Wahrsagen und zur persönlichen Orientierung verwendet werden. Die Ursprünge dieses Kartentyps liegen in der mitteleuropäischen Wahrsagekartentradition des 19. Jahrhunderts. Die von Piatnik verbreitete Ausführung wird auf österreichische Sibilla- beziehungsweise Aufschlagkarten aus den 1860er-Jahren zurückgeführt. Ferdinand Piatnik war selbst ausgebildeter Kartenmaler, doch es ist nicht eindeutig belegt, dass er alle heute bekannten Bilder der 36 Wahrsagekarten persönlich malte. Gesichert ist, dass sein Unternehmen die Motive herstellte, bearbeitete und über mehrere Generationen verbreitete. Später nahm Piatnik weitere Orakelkarten in sein Programm auf, darunter Lenormandkarten, Biedermeier-Wahrsagekarten und ein Art-déco-Orakel aus dem Jahr 1936. Die ursprünglichen 36 Bildkarten blieben jedoch eines der bekanntesten traditionellen Piatnik-Orakel. Die Wahrsagekarten sind daher ein wichtiger Teil der Unternehmensgeschichte: Aus einer handwerklichen Wiener Kartenmalerei entwickelte sich eine international bekannte Spielkartenfabrik, die ihre Tradition der Orakel- und Aufschlagkarten bis heute bewahrt hat.
Filmliste Traditionelle Orakelkarten
https://www.youtube.com/playlist?list=PL68TTmclNlEGDazz0kJq8jKZ_Iy3eAzLA

Das Kartenset „Traditionelle Orakelkarten – Traditionelle Karten, moderne Deutung“ von Kirsten und ROE Buchholzer erschien am 20. Januar 2022 im Königsfurt-Urania Verlag. Es trägt die ISBN 978-3-86826-786-0 und enthält 36 Orakelkarten sowie ein 112-seitiges deutschsprachiges Begleitbuch. Behandelt werden unter anderem Liebe, Partnerschaft, Familie, Beruf, Karriere, Geld, Zukunft und Work-Life-Balance. Ein im Buch enthaltener Link ermöglicht außerdem den Zugang zu ergänzenden Informationen und Schulungsmaterialien. Das Set ist eine überarbeitete Neuauflage eines 2020 veröffentlichten Kartensets, das noch unter der heute als problematisch beziehungsweise überholt geltenden Bezeichnung „Zigeuner-Wahrsagekarten“ erschien.
Bei diesen Karten handelt es sich weder um Lenormandkarten noch um Kipperkarten. Sie gehören zu einer eigenständigen österreichischen Tradition volkstümlicher Wahrsage- beziehungsweise Aufschlagkarten. Die historischen Bilder zeigen Menschen, Gegenstände und Alltagssituationen aus der bürgerlichen Gesellschaft der Gründerzeit und Belle Époque. Obwohl die dargestellte Welt an das 18. und 19. Jahrhundert erinnert, stammt das bekannte Piatnik-System nicht eindeutig aus dem Jahr 1850. Ähnliche Aufschlagkarten existierten bereits im 19. Jahrhundert, doch die heute bekannten österreichischen Motive entstanden wahrscheinlich um 1900 oder zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Die bekannten Piatnik-Ausgaben wurden ungefähr seit den 1920er-Jahren vertrieben und später teilweise überarbeitet. Die Bilderwelt besitzt somit historische Vorläufer aus dem 19. Jahrhundert, während das gegenwärtige Buchholzer-Set eine moderne Ausgabe von 2022 ist.
Das Deck umfasst 36 nicht nummerierte Karten. Die Beständigkeit steht für Stabilität, Dauer und eine Situation, die sich vorerst nicht verändert. In der Liebe deutet sie auf eine verlässliche Verbindung und im Beruf auf einen sicheren Arbeitsplatz hin. Der Besuch bezeichnet eine persönliche Begegnung, einen Kontakt oder ein Wiedersehen und kann beruflich eine Besprechung oder einen Kundentermin ankündigen. Die Botschaft steht für eine schnelle Mitteilung, einen Anruf oder eine kurzfristig eintreffende Information. Der Brief bezeichnet eine schriftliche Nachricht, ein Dokument, eine Bewerbung, einen Vertrag oder einen amtlichen Bescheid. In Liebesfragen kann er auf eine wichtige Textnachricht oder eine schriftliche Klärung hinweisen.
Der Dieb warnt vor Verlust, Entzug, Betrug oder einer Person, die mehr nimmt, als sie gibt. Er muss keinen tatsächlichen Diebstahl bezeichnen, sondern kann auch für verlorene Zeit, Kraft oder Vertrauen stehen. Die Eifersucht weist auf Misstrauen, Besitzdenken, Konkurrenz oder eine Dreieckssituation hin. Die Karte Etwas Geld bezeichnet einen kleineren Gewinn, ein Nebeneinkommen, eine Rückzahlung oder eine begrenzte, aber hilfreiche Geldsumme. Die Falschheit steht für Täuschung, verborgene Absichten, Unaufrichtigkeit oder eine aufgesetzte Maske. Der Feind bezeichnet Widerstand, Gegnerschaft, Ablehnung oder eine Person, die den eigenen Interessen entgegenarbeitet.
Die Fröhlichkeit bringt Freude, Geselligkeit, Feiern und eine leichtere Lebensphase zum Ausdruck. In Beziehungen verspricht sie schöne gemeinsame Erlebnisse, während sie im Beruf auf ein angenehmes Arbeitsklima hinweisen kann. Die Gedanken stehen für Planung, Nachdenken, Konzentration und eine starke innere Beschäftigung mit einer Person oder Angelegenheit. Der Geistliche symbolisiert Glauben, Werte, Gewissen, Beratung und eine spirituelle oder moralische Orientierung. Er kann auch eine beratende Person oder eine offizielle Zeremonie darstellen. Das Geld bezeichnet materielle Mittel, Einnahmen, Besitz, Vermögen und den Wert einer Sache. Es kann auf finanziellen Erfolg hinweisen, erinnert aber zugleich daran, die praktische und materielle Seite einer Situation zu beachten.
Die Geliebte stellt gewöhnlich die weibliche Hauptperson, eine Partnerin oder eine bedeutende Frau dar. Der Geliebte bezeichnet entsprechend die männliche Hauptperson, einen Partner oder einen wichtigen Mann. Die Geschlechterrollen können modern und flexibel gelesen werden; entscheidend ist, welche Karte die fragende Person und welche Karte eine Bezugsperson verkörpert. Das Geschenk steht für eine Gabe, Unterstützung, Anerkennung, einen Bonus oder eine günstige Gelegenheit. Das Glück ist eine besonders positive Karte und bezeichnet Erfolg, günstige Umstände, Schutz und eine vielversprechende Entwicklung.
Das Haus symbolisiert Zuhause, Familie, Sicherheit, Privatleben, Eigentum oder ein Unternehmen. In Liebesfragen kann es für Zusammenleben und Geborgenheit stehen, während es beruflich auch auf Immobilien, ein Familienunternehmen oder Homeoffice hinweisen kann. Die Heirat bezeichnet eine feste Verbindung, ein Bündnis oder eine Verpflichtung. Sie kann eine Hochzeit ankündigen, muss sich jedoch nicht ausschließlich auf Ehe beziehen, sondern kann ebenso einen Vertrag, eine geschäftliche Kooperation oder eine verbindliche Entscheidung darstellen. Die Hoffnung steht für Zuversicht und eine positive, häufig längerfristige Aussicht. Sie zeigt, dass eine Entwicklung möglich ist, aber Geduld und Vertrauen benötigt werden.
Das Kind symbolisiert einen Neuanfang, Wachstum, Offenheit, Unschuld, Lernen oder ein tatsächliches Kind. In der Liebe kann es eine neue Beziehung oder ein Familienthema anzeigen, im Beruf ein neues Projekt oder eine Lernphase. Die Krankheit bezeichnet Schwächung, Belastung, Erschöpfung oder die Notwendigkeit einer Pause. Sie kann auf körperliche Beschwerden hinweisen, sollte jedoch nicht als medizinische Diagnose verstanden werden. In Beziehungen zeigt sie häufig eine belastete Situation, die Aufmerksamkeit und Heilung benötigt. Die Liebe steht für echte Zuneigung, Nähe, Herzenswärme, Mitgefühl und eine Entscheidung, die aus innerer Überzeugung getroffen wird. Beruflich kann sie ein Herzensprojekt oder eine erfüllende Tätigkeit darstellen.
Der Offizier verkörpert Ordnung, Disziplin, Autorität, Pflichtbewusstsein und kontrolliertes Handeln. Er kann eine Führungskraft, eine Behörde, eine uniformierte Person oder die Notwendigkeit klarer Regeln anzeigen. Die Reise bedeutet Bewegung, Ortswechsel, Entfernung und persönliche Entwicklung. Sie kann eine tatsächliche Reise, eine Fernbeziehung, einen beruflichen Wechsel oder einen neuen Lebensweg bezeichnen. Der Richter steht für Prüfung, Bewertung, Gerechtigkeit und eine verbindliche Entscheidung. Häufig verweist er auf rechtliche Angelegenheiten, Behörden, Verträge oder die Aufforderung, eine Situation sachlich und ausgewogen zu beurteilen.
Die Sehnsucht bezeichnet einen tiefen Wunsch, das Vermissen einer Person, räumliche oder emotionale Entfernung und ein Ziel, das noch nicht erreicht ist. Der Tod bedeutet in erster Linie Abschluss, Loslassen und grundlegende Veränderung. Er sagt nicht automatisch einen körperlichen Tod voraus, sondern zeigt gewöhnlich, dass ein Lebensabschnitt, eine Gewohnheit oder eine Beziehungssituation endet und dadurch Raum für einen Neuanfang entsteht. Die Traurigkeit steht für Enttäuschung, Kummer, Rückzug und die notwendige Verarbeitung eines Verlustes. Die Treue bezeichnet Loyalität, Vertrauen, Zuverlässigkeit und langfristige Verbundenheit. Sie ist sowohl für Beziehungen als auch für berufliche Zusammenarbeit eine günstige Karte.
Das Unglück weist auf eine Krise, eine plötzliche Störung, einen Schock oder ein ernstes Hindernis hin. Es fordert zu Umsicht auf, stellt aber kein unabwendbares Schicksal dar. Die Unverhoffte Freude bezeichnet eine positive Überraschung, eine unerwartete Nachricht, eine spontane Begegnung oder eine plötzlich auftauchende Chance. Der Verdruss steht für Ärger, Streit, Gereiztheit und eine vorübergehend angespannte Situation. Der Verlust bezeichnet Loslassen, Trennung, Verminderung oder das Verschwinden einer Möglichkeit. Je nach Umfeld kann er sich auf Gefühle, Geld, Arbeit, Besitz oder eine persönliche Verbindung beziehen.
Die Witwe stellt traditionell eine alleinstehende, erfahrene, zurückgezogene oder durch frühere Erfahrungen geprägte Frau dar. Modern kann sie eine unabhängige Frau, eine Beraterin oder eine Person symbolisieren, die einen Verlust verarbeitet. Der Witwer besitzt die entsprechende Bedeutung für einen Mann und kann für Lebenserfahrung, Unabhängigkeit, emotionale Distanz oder die Beschäftigung mit der Vergangenheit stehen. Diese beiden Karten müssen keinen tatsächlichen Familienstand anzeigen.
Die Karten lassen sich einzeln oder in verschiedenen Legungen verwenden. Bei einer Tageskarte wird gefragt, welche Energie oder welches Thema den Tag begleitet. Die gezogene Karte beschreibt einen Schwerpunkt oder einen hilfreichen Hinweis, aber keine unveränderliche Vorhersage. Bei einer Drei-Karten-Legung steht die erste Karte für die Ausgangslage, die zweite für die gegenwärtige Entwicklung und die dritte für die wahrscheinliche Richtung. Die Karten werden dabei möglichst als zusammenhängende Aussage gelesen. Die Verbindung Brief, Geld und Unverhoffte Freude könnte beispielsweise auf eine schriftliche Nachricht hindeuten, die eine überraschend positive finanzielle Entwicklung mit sich bringt.
Eine Legung mit fünf Karten kann den Kern einer Situation, einen unterstützenden Einfluss, ein Hindernis, eine empfehlenswerte Haltung und die mögliche Entwicklung darstellen. Für einen umfassenden Überblick können alle 36 Karten als Große Tafel in vier Reihen zu jeweils neun Karten ausgelegt werden. Dabei betrachtet man besonders die Karten um Geliebte oder Geliebter, die Blickrichtungen dargestellter Personen, die Nähe oder Entfernung wichtiger Ereigniskarten, wiederkehrende Themen, die Eckkarten und die Wechselwirkungen zwischen benachbarten Karten.
Auch Kombinationen spielen eine wichtige Rolle. Liebe und Treue sprechen für ehrliche und stabile Gefühle. Liebe und Falschheit können anzeigen, dass Gefühle oder Absichten nicht vollständig offen gezeigt werden. Heirat und Haus weisen auf Zusammenziehen, Familie oder eine langfristige Bindung hin. Brief und Richter können einen Vertrag oder offiziellen Bescheid ankündigen. Geld und Glück bilden eine günstige finanzielle Verbindung, während Geld und Dieb vor Verlust, unfairer Abrechnung oder unvorsichtigem Umgang mit Ressourcen warnen. Reise und Botschaft können eine Nachricht aus der Ferne oder eine kurzfristig geplante Reise anzeigen. Krankheit und Gedanken verweisen möglicherweise auf mentale Erschöpfung oder belastendes Grübeln. Tod und Kind zeigen besonders deutlich, dass etwas endet, damit ein neuer Anfang entstehen kann. Hoffnung und Beständigkeit versprechen eine grundsätzlich positive, aber langsame Entwicklung. Feind und Falschheit warnen vor verdeckter Gegnerschaft. Geschenk und Unverhoffte Freude sprechen für unerwartete Hilfe oder eine angenehme Überraschung.
Die Karten sollten als Mittel zur Selbstreflexion, zur Betrachtung verschiedener Möglichkeiten und zur Unterstützung eigener Entscheidungen verstanden werden. Sie ersetzen keine medizinische, rechtliche, psychologische oder finanzielle Fachberatung. Die hier genannten Bedeutungen sind eine eigenständig formulierte Zusammenfassung des traditionellen Systems und keine wörtliche Wiedergabe des urheberrechtlich geschützten Begleitbuchs.
Heute wird mit den Traditionellen Orakelkarten vor allem im deutschsprachigen Raum gearbeitet, besonders in Österreich, Deutschland und der Schweiz. Darüber hinaus sind die österreichischen Piatnik-Karten aufgrund ihrer mehrsprachigen Beschriftung auch in Ungarn, Kroatien, Italien, Frankreich und im englischsprachigen Raum bekannt. Verwendet werden sie privat zu Hause, in Kartenlegeberatungen, auf Esoterikmessen, in spirituellen Gruppen sowie in Seminaren, Onlinekursen und Videoangeboten. Piatnik führt entsprechende Karten weiterhin im Sortiment der Wahrsage- und Tarotkarten und verweist dabei auf seine lange österreichische Aufschlagkarten-Tradition.
Die heutige Arbeit mit den Karten ist meistens beratend und psychologisch orientiert. Eine Person formuliert eine möglichst konkrete Frage, beispielsweise zur Entwicklung einer Beziehung, zu einem Arbeitsplatzwechsel oder zu einem persönlichen Konflikt. Anschließend werden eine oder mehrere Karten gezogen und nicht nur als Vorhersage, sondern als Bilder der gegenwärtigen Situation betrachtet. Die Karten sollen unbewusste Wünsche, Befürchtungen, Beziehungsmuster und mögliche Handlungswege sichtbar machen. Statt ausschließlich zu fragen, was unausweichlich geschehen wird, fragt man heute eher, was die Situation beeinflusst, welche Möglichkeit übersehen wird oder wie man selbst sinnvoll handeln kann.
Dabei werden Tageskarten, Drei-Karten-Legungen, Entscheidungslegungen, Beziehungsbilder und die Große Tafel mit allen 36 Karten verwendet. Bei einer Tageskarte dient ein einzelnes Bild als Impuls. In einer Drei-Karten-Legung können die Karten etwa Ausgangslage, Herausforderung und Entwicklung darstellen. Bei einer Beziehungslegung werden die Positionen beider Personen, ihre Bedürfnisse und die gemeinsame Entwicklung betrachtet. In der Großen Tafel werden sämtliche Lebensbereiche gleichzeitig untersucht. Die Bedeutung entsteht dabei aus dem Kartenbild, der Frage, der Position, den benachbarten Karten und der persönlichen Reaktion der fragenden Person.
Die modernen Deutungen sind wesentlich weiter gefasst als früher. Das Haus kann heute neben Wohnung und Familie beispielsweise auch Homeoffice, persönliche Grenzen oder ein Unternehmen bedeuten. Der Brief kann eine E-Mail, eine Textnachricht, einen Vertrag oder eine Bewerbung darstellen. Die Botschaft kann auf einen Anruf oder eine digitale Benachrichtigung hinweisen. Die Reise bezeichnet nicht nur eine Fahrt, sondern auch einen beruflichen Wechsel oder eine persönliche Entwicklung. Der Offizier kann eine Führungskraft, eine Behörde oder die eigene Selbstdisziplin verkörpern. Die Heirat wird nicht mehr ausschließlich als Hochzeit verstanden, sondern ebenso als Partnerschaft, Vertrag oder verbindliche Zusammenarbeit. Die traditionellen Geschlechterrollen von Geliebter und Geliebte werden heute häufig flexibel behandelt; sie können die fragende Person, einen Partner oder allgemein eine wichtige Person darstellen.
Auch Karten wie Tod, Krankheit, Unglück und Feind werden heute vorsichtiger interpretiert. Der Tod bezeichnet überwiegend einen Abschluss und einen tiefgreifenden Wandel. Die Krankheit kann Erschöpfung, eine belastete Situation oder das Bedürfnis nach Ruhe ausdrücken. Das Unglück steht für eine Krise oder unerwartete Störung, nicht zwingend für eine bevorstehende Katastrophe. Der Feind kann neben einer gegnerischen Person auch Selbstsabotage, Widerstand oder einen Interessenkonflikt darstellen. Verantwortungsbewusste Kartenleger vermeiden konkrete Todesprognosen, medizinische Diagnosen und Angst erzeugende Behauptungen. Die Karten sollen Entscheidungen unterstützen, aber keine ärztliche, rechtliche, psychologische oder finanzielle Beratung ersetzen.
Durch das Internet hat sich die Vermittlung stark verändert. Heute werden Legungen per Videoanruf, Chat oder aufgezeichneter Videobotschaft angeboten. Kartenbilder werden fotografiert und gemeinsam online besprochen. Auf YouTube und in sozialen Netzwerken erscheinen allgemeine Wochen- und Monatslegungen, bei denen die Aussagen allerdings nicht individuell auf eine Person abgestimmt sind. Daneben gibt es strukturierte Schulungen. ROE Buchholzer beschreibt beispielsweise Kurse, in denen die 36 Karten einzeln, in Kombinationen und innerhalb verschiedener Legesysteme behandelt werden. Das Buch von Kirsten und ROE Buchholzer verbindet die historischen Motive ausdrücklich mit Themen wie Karriere, Finanzen, Partnerschaft und Work-Life-Balance.
Früher wurden diese Karten überwiegend als Wahrsage- oder Aufschlagkarten verwendet. „Aufschlagen“ bedeutete, die Karten auszulegen, um verborgene Einflüsse und die erwartete Zukunft einer Person zu erkennen. Die Beratung fand persönlich und meist im privaten Umfeld statt, beispielsweise in einer Wohnung, einem Salon, auf einem Jahrmarkt oder innerhalb der Familie. Schriftliche Anleitungen waren vergleichsweise knapp. Ein großer Teil der Deutung wurde mündlich von einer erfahrenen Person an die nächste Generation weitergegeben. Dadurch konnten sich regionale Bedeutungen und eigene Legeregeln entwickeln.
Die historischen Karten spiegelten die gesellschaftliche Ordnung ihrer Entstehungszeit unmittelbar wider. Haus, Heirat, Geld, Geistlicher, Richter und Offizier standen für zentrale Institutionen des damaligen Lebens. Witwe und Witwer bezeichneten gesellschaftlich klar erkennbare Positionen. Geliebter und Geliebte waren stärker an traditionelle Geschlechterrollen gebunden. Eine Heirat hatte häufig wirtschaftliche und gesellschaftliche Bedeutung, ein Brief war das wichtigste Kommunikationsmittel über größere Entfernung, eine Reise war aufwendiger und ungewöhnlicher als heute, und ein Richter, Geistlicher oder Offizier verkörperte eine deutlich sichtbare Autorität. Die Karten wurden daher wesentlich konkreter und wörtlicher gelesen.
Auch die Vorstellung von Zukunft war früher häufig schicksalsorientierter. Man wollte erfahren, ob eine Ehe zustande kommen, ein abwesender Mensch zurückkehren, ein Brief eintreffen, eine Reise gelingen oder sich die finanzielle Lage verbessern würde. Karten wie Unglück, Tod, Krankheit oder Feind konnten entsprechend drastisch ausgelegt werden. Die lesende Person trat eher als Wissende auf, die ein verborgenes Schicksal enthüllte. Die ratsuchende Person nahm die Aussage häufig stärker als Vorhersage entgegen, während moderne Beratungen idealerweise einen Dialog eröffnen und mehrere Entwicklungsmöglichkeiten berücksichtigen.
Früher entstanden die Karten außerdem in einem sozialen Umfeld mit festen Standes-, Familien- und Geschlechterordnungen. Deshalb zeigen sie vorwiegend bürgerliche europäische Lebensverhältnisse. Arbeit wird weniger als persönliche Selbstverwirklichung dargestellt, sondern erscheint indirekt über Geld, Offizier, Richter, Geistlicher, Haus und soziale Beziehungen. Moderne Themen wie Work-Life-Balance, digitale Kommunikation, vielfältige Beziehungsformen oder selbstbestimmte Karrierewege waren im ursprünglichen Deutungssystem nicht vorgesehen. Sie werden heute aus den alten Bildern neu abgeleitet.
Ein weiterer Unterschied betrifft die problematische frühere Vermarktungsbezeichnung. Seit dem ausgehenden 19. und frühen 20. Jahrhundert wurden solche Karten mit einem romantisierten und stereotypen Bild der Roma verbunden, um ihnen eine geheimnisvolle Aura zu geben. Das bedeutet nicht, dass das konkrete Kartensystem nachweislich von Roma entwickelt wurde. Die heutige Bezeichnung „Traditionelle Orakelkarten“ vermeidet dieses ethnische Klischee und beschreibt sachlicher, um welche Art von Karten es sich handelt.
Zusammengefasst wurden die Karten früher hauptsächlich benutzt, um ein vermeintlich feststehendes Schicksal möglichst konkret vorherzusagen. Heute dienen dieselben Bilder häufiger der Beratung, Selbstreflexion und Betrachtung verschiedener Handlungsmöglichkeiten. Früher standen persönliche Begegnung, mündliche Überlieferung und wörtliche Ereignisdeutung im Vordergrund; heute kommen Bücher, Onlinekurse, soziale Medien, digitale Beratungen und psychologisch-symbolische Interpretationen hinzu. Die Motive sind weitgehend historisch geblieben, doch die Fragen, Lebensformen und ethischen Maßstäbe ihrer Anwendung haben sich deutlich verändert.
Für das Zeitfenster von 1850 bis 1900 muss zunächst zwischen belegbaren Tatsachen und einer möglichen historischen Inszenierung unterschieden werden. Die Aussage, dass Orakelkarten ausschließlich in den Salons der Oberschicht und dort nur von Damen benutzt worden seien, ist historisch nicht haltbar. Kartenorakel kamen zwar in bürgerlichen und adeligen Salons vor und wurden dort besonders gern mit weiblicher Geselligkeit verbunden, sie waren aber nicht auf diese Kreise beschränkt. Bildhafte Aufschlagkarten wurden im 19. Jahrhundert zunehmend gedruckt und verkauft, weshalb sie auch außerhalb der gesellschaftlichen Elite verwendet werden konnten. Die mehrsprachigen österreichischen Karten mit Darstellungen alltäglicher Lebenslagen entwickelten sich gerade im Verlauf des 19. Jahrhunderts zu einer kommerziell verbreiteten Kartenform. Zwischen 1850 und 1867 spricht man außerdem noch nicht von der österreichisch-ungarischen beziehungsweise „k. u. k.“ Monarchie, sondern vom Kaisertum Österreich. Die Doppelmonarchie Österreich-Ungarn entstand erst durch den Ausgleich von 1867. Gemeinsame Einrichtungen der beiden Reichshälften wurden danach als k. u. k. bezeichnet, während die Behörden der österreichischen Reichshälfte weiterhin überwiegend k. k. waren. Für den gesamten Zeitraum lässt sich daher am genauesten von der Habsburgermonarchie sprechen.
Nach der Revolution von 1848 begann in Österreich eine Phase neoabsolutistischer Herrschaft. Kaiser, Militär, Polizei und Verwaltungsbehörden kontrollierten das öffentliche Leben, politische Vereinigungen, Druckschriften und verdächtige Versammlungen besonders aufmerksam. Das österreichische Parlament beschreibt die Jahre nach 1848 ausdrücklich als eine Zeit, in der die Macht beim Kaiser und dem ihn stützenden Militär lag. Die sogenannte geheime Polizei interessierte sich allerdings in erster Linie für politische Opposition, revolutionäre Bewegungen, Nationalbewegungen, Spionage, Presseerzeugnisse und mögliche Verschwörungen. Es gibt keinen ausreichenden Beleg dafür, dass sie harmlose private Kartenlegungen in den Salons systematisch überwachte oder Orakelkarten als eigenes politisches Problem behandelte.
Eine Überwachung konnte theoretisch dann entstehen, wenn sich hinter einer privaten Einladung eine politische Zusammenkunft verbarg, verbotene Schriften weitergegeben wurden oder eine Person wegen Betrugs, öffentlicher Unruhe beziehungsweise anderer Vergehen auffiel. In einem solchen Fall waren jedoch nicht die Karten selbst der eigentliche Grund des staatlichen Interesses. Ein Kartentisch konnte allenfalls Teil eines gesellschaftlichen Abends sein, bei dem zugleich über Politik gesprochen wurde. Die Wiener Salons besaßen teilweise erheblichen gesellschaftlichen und politischen Einfluss; daraus folgt aber nicht, dass jede Kartenlegung unter Beobachtung der Geheimpolizei stand.
Die katholische Kirche stand Wahrsagerei grundsätzlich ablehnend gegenüber. Der Versuch, durch Karten verborgenes Wissen oder eine feststehende Zukunft zu erfahren, konnte als Aberglaube, unerlaubte Divination oder mangelndes Gottvertrauen beurteilt werden. Für eine gläubige Katholikin konnte das Kartenlegen deshalb in einem Spannungsverhältnis zu den Lehren der Kirche stehen. Geistliche konnten davor in Predigten, Beichtgesprächen oder religiösen Schriften warnen. Die kirchliche Ablehnung bedeutete jedoch nicht automatisch ein staatliches Verbot jedes privaten Kartenspiels. Außerdem ist keine allgemeine kirchliche Kontrollpraxis belegt, bei der Priester gezielt Salons nach Orakelkarten durchsucht hätten.
In den gehobenen Salons konnten die Karten zunächst als Gesellschaftsspiel präsentiert werden. Eine Gastgeberin ließ die Karten mischen, eine Teilnehmerin formulierte eine Frage und eine andere legte Bilder wie Brief, Heirat, Reise, Geld, Liebe oder Unverhoffte Freude aus. Häufig dürften solche Spiele zwischen Unterhaltung, Flirt, Neugier und tatsächlichem Glauben an die Vorhersage geschwankt haben. Die indirekte Sprache der Bilder erlaubte es, über Liebe, Heirat, Untreue, Geld, gesellschaftliche Stellung und persönliche Wünsche zu sprechen, ohne diese Themen unmittelbar aussprechen zu müssen. Gerade für Frauen, deren öffentliche und wirtschaftliche Handlungsmöglichkeiten eingeschränkt waren, konnte ein Kartenorakel einen sozial akzeptierten Gesprächsraum für private Hoffnungen und Sorgen eröffnen.
Dass Damen in solchen Darstellungen besonders sichtbar sind, hat mehrere Gründe. Salons wurden häufig von Frauen geführt, Fragen nach Liebe und Heirat wurden kulturell als weiblicher Bereich dargestellt und die Hersteller richteten ihre Vermarktung teilweise gezielt an ein weibliches Publikum. Auch die spätere Bild- und Literaturtradition zeigte bevorzugt eine Kartenlegerin mit weiblichen Ratsuchenden. Daraus darf aber nicht geschlossen werden, dass Männer die Karten niemals verwendeten. Männer konnten an Salonabenden teilnehmen, sich Karten legen lassen, mit den Bildern scherzen oder sich ernsthaft für Okkultismus, Spiritismus und andere Formen der Zukunftsdeutung interessieren.
Ebenso wenig waren die Karten ausschließlich der Oberschicht vorbehalten. Ein prächtig ausgestattetes Kartenset, ein privater Salon und genügend freie Zeit gehörten zwar eher zur adeligen oder wohlhabenden bürgerlichen Lebenswelt. Einfachere gedruckte Karten konnten jedoch auch von Dienstbotinnen, Gewerbetreibenden, Kleinbürgerinnen, professionellen Wahrsagerinnen und Menschen außerhalb der Salonkultur verwendet werden. Im familiären oder nachbarschaftlichen Umfeld wurde entsprechendes Wissen häufig mündlich weitergegeben. Gerade die industrielle Herstellung von Karten machte eine Verbreitung über die Elite hinaus möglich.
Zwischen 1850 und 1900 gehörten bildhafte Orakel- und Aufschlagkarten in der Habsburgermonarchie zu einer halb verborgenen Welt zwischen Gesellschaftsspiel, volkstümlichem Aberglauben und ernst gemeinter Zukunftsbefragung. In den Salons des Adels und des wohlhabenden Bürgertums wurden sie besonders von Damen als reizvolle Unterhaltung benutzt. Hinter geschlossenen Türen boten die Bilder Gelegenheit, über Liebe, Heirat, Geld, Reisen und gesellschaftliche Erwartungen zu sprechen. Die katholische Kirche betrachtete ernst gemeinte Wahrsagerei als Aberglauben und konnte Gläubige davor warnen. Die staatliche und geheime Polizei überwachte nach 1848 vor allem politische Gegner, oppositionelle Druckschriften und verdächtige Versammlungen; eine private Kartenlegung wurde normalerweise erst dann behördlich interessant, wenn sie mit politischen Zusammenkünften, öffentlichem Ärgernis oder betrügerischem Gewerbe verbunden war. Die Karten waren jedoch weder ausschließlich den oberen Schichten noch ausschließlich Frauen vorbehalten. Neben dem Salon existierte eine breitere, schlechter dokumentierte Verwendung in bürgerlichen Haushalten, im privaten Bekanntenkreis und bei professionellen Kartenlegerinnen.
In einem Wiener Salon werden die Karten nach dem Abendessen nur im kleineren Damenkreis hervorgeholt, weil die Gastgeberin weder den Spott der Herren noch die Missbilligung ihres Beichtvaters riskieren möchte. Eine politische Bemerkung wird beim Geräusch einer Kutsche vor dem Haus sofort abgebrochen, denn die Erinnerung an Spitzel und Polizeiberichte ist noch lebendig. Eine solche Szene ist für einen historischen Roman plausibel. Als allgemeine Tatsachenbehauptung über alle Kartenlegerinnen und Salons der Habsburgermonarchie wäre sie jedoch zu eng und dramatisch.
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